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Immobilienmarktbericht Gründau 2026

Kaufpreise, Mietpreise, Bodenrichtwerte und Prognosen – die Flächengemeinde zwischen Kinzigtal und Vogelsberg im Detail analysiert.

Datenstand: 01.08.2026 Main-Kinzig-Kreis, Hessen Wilhelm Immobilien

Inhaltsverzeichnis

  1. 01 Standort im Überblick
  2. 02 Kaufpreise
  3. 03 Mietpreise
  4. 04 Bodenrichtwerte
  5. 05 Bevölkerung & Demografie
  6. 06 Infrastruktur
  7. 07 Bauaktivität & Neubau
  8. 08 Vergleich mit der Region
  9. 09 Angebot & Nachfrage
  10. 10 Prognosen & Trends
  11. 11 Fazit

1. Gründau im Überblick – Warum dieser Standort?

Gründau erstreckt sich vom Kinzigtal bei Gelnhausen bis hinauf in die Ausläufer des Vogelsbergs. Mit rund 14.500 Einwohnern auf 67,6 km² – fast die Hälfte davon Wald – ist die Gemeinde eine der größten Flächengemeinden des Kreises, aber dünn besiedelt (216 Einwohner/km²).

Sieben Ortsteile mit sehr unterschiedlichem Charakter:

OrtsteilEinwohner (2022)
Rothenbergen3.979
Lieblos3.761
Mittel-Gründau2.165
Niedergründau1.806
Hain-Gründau1.753
Breitenborn1.089
Gettenbach461

Für den Immobilienmarkt entscheidend ist die Zweiteilung der Gemeinde: Die Tallagen Lieblos und Rothenbergen haben eigene A66-Anschlussstellen, einen Bahnhof an der Kinzigtalbahn und mit dem Kinzigtal-Zentrum eines der größten Fachmarktzentren des Kreises (Bauhaus, Media Markt, Möbel Höffner u. v. m.). Die kleineren Ortsteile Richtung Vogelsberg bieten dagegen ländliche Ruhe – zu spürbar niedrigeren Preisen.

2. Kaufpreise – Aktuelle Lage und Hintergründe

3.280 €/m²
Häuser – Angebotspreis (250 Angebote)
3.110 €/m²
Eigentumswohnungen (47 Angebote)
100,2
Kaufkraftindex (Bundesschnitt = 100)

Häuser (Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser)

ObjektartAngebotspreis/m²SpanneAusgewertete Angebote
Häuser3.280 €/m²1.530–5.480 €/m²250 Angebote
Eigentumswohnungen3.110 €/m²1.930–5.030 €/m²47 Angebote
Mieten (Wohnungen)11,10 €/m²6,88–14,70 €/m²121 Angebote

Quelle: Angebotspreise auf ImmoScout24, ausgewertet über den Marktmonitor · Auswertungszeitraum Q4/2025–Q3/2026 (Q3/2026 anteilig) · Datenstand 01.08.2026

Was diese Zahlen sagen – und was nicht
Alle Werte sind Angebotspreise: Sie geben wieder, zu welchem Preis Immobilien inseriert wurden, nicht zu welchem sie den Eigentümer gewechselt haben. Angebotspreise sind keine beurkundeten Kaufpreise; tatsächliche Abschlüsse können davon abweichen – was in Gründau wirklich gezahlt wurde, steht allein in der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses. In einer Gemeinde mit sieben so unterschiedlichen Ortsteilen streuen die Werte zusätzlich stark: Ein gepflegtes Haus in Rothenbergen und ein Sanierungsobjekt in einem der Höhen-Ortsteile trennen schnell 1.500 €/m² und mehr – genau das zeigt die Spanne von 1.530–5.480 €/m².

Konkret bedeutet das: Ein Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche kostet in Gründau überschlägig rund 459.200 € – in den Tallagen eher darüber, in den ländlichen Ortsteilen darunter. Diese Zahl ist eine reine Hochrechnung aus dem Angebotsdurchschnitt und keine Preisaussage für ein bestimmtes Haus: Der Quadratmeterpreis ist über alle Objektgrößen gemittelt, größere Häuser liegen je Quadratmeter typischerweise darunter. Maßgeblich sind Lage, Zustand, Baujahr und Grundstück.

Eigentumswohnungen

Eigentumswohnungen werden in Gründau im Schnitt zu 3.110 €/m² angeboten; die Spanne reicht von 1.930–5.030 €/m².

Diese Zahl steht auf dünnem Grund – und das sagen wir dazu.
Der Wohnungswert stützt sich auf 47 Angebote im gesamten Auswertungszeitraum – bei den Häusern sind es 250 Angebote. Gründau ist eine Einfamilienhaus-Gemeinde; der Wohnungsmarkt ist klein. Bei so wenigen Angeboten können einzelne Neubauobjekte den Durchschnitt spürbar verschieben. Nehmen Sie den Wert als Anhaltspunkt, nicht als Maßstab für Ihre Wohnung.

Preisentwicklung

Der Markt hat sich nach der Zinskorrektur stabilisiert: immowelt wies für den Gesamtmarkt +1,4 % gegenüber dem Vorjahr aus, immoportal für Häuser ebenfalls +1,4 %. Wohnungen zeigten je nach Quelle leichte Erholung (Homeday: 2.300 → 2.450 €/m² seit Q2 2024) oder Schwäche (immoportal: −7,6 %) – der kleine Wohnungsmarkt schwankt stark.

Hinweis zur Einordnung: Diese Veränderungsangaben stammen aus den genannten Portalquellen und sind nicht mit den oben ausgewiesenen Marktmonitor-Werten verrechenbar. Wer eine Preisentwicklung aus zwei verschiedenen Quellen bildet, misst den Unterschied der Erhebungsmethoden mit – nicht den des Marktes.

3. Mietpreise – Günstiger als das Umland

11,10 €/m²
Durchschnittliche Kaltmiete (121 Angebote)
6,88–14,70 €/m²
Spanne der Mietangebote
888
Kaltmiete 80-m²-Wohnung (rechnerisch)
KennzahlWertAusgewertete Angebote
Kaltmiete Wohnungen11,10 €/m²121 Angebote
Spanne der Angebote6,88–14,70 €/m²

Quelle: Angebotspreise auf ImmoScout24, ausgewertet über den Marktmonitor · Auswertungszeitraum Q4/2025–Q3/2026 (Q3/2026 anteilig) · Datenstand 01.08.2026

Einen amtlichen (qualifizierten) Mietspiegel gibt es für Gründau nicht – der ausgewiesene Wert ist der Durchschnitt der Angebotsmieten, nicht der Bestandsmieten. Im Vergleich zur Kreisstadt Gelnhausen (11,50 €/m²) wohnt man in Gründau zur Miete etwas günstiger.

4. Bodenrichtwerte – Günstiges Bauland im Kreisvergleich

186 €/m²
Durchschnitt Wohn-/Mischbauland (01.01.2026)
320 €/m²
Höchstwert (beste Lagen)
+0,5 %
Entwicklung ggü. Vorstichtag

Zum Stichtag 01.01.2026 liegt der durchschnittliche Bodenrichtwert für Wohn- und Mischbauflächen in Gründau bei 186 €/m² (Spanne 95–320 €/m², +0,5 %). Zum Vergleich: Der hessische Landesdurchschnitt für Wohnbauland liegt bei 312 €/m², die Kreisstadt Gelnhausen bei 302 €/m², Bruchköbel bei 337 €/m². Baugrund in Gründau kostet also nur gut die Hälfte des Gelnhäuser Niveaus – der größte Preisvorteil der Gemeinde.

Was sind Bodenrichtwerte?
Bodenrichtwerte werden vom Gutachterausschuss auf Basis tatsächlicher Kaufpreise ermittelt und geben den durchschnittlichen Lagewert eines Quadratmeters unbebauten Bodens an. Amtlich verbindlich ist die kostenlose Auskunft aus BORIS Hessen. Die große Spanne (95–320 €/m²) bildet das Gefälle zwischen den Tallagen und den Höhen-Ortsteilen ab.

5. Bevölkerung und Demografie

~14.500
Einwohner (Ende 2025)
68,4 %
im erwerbsfähigen Alter (16–65)
stabil
Entwicklung seit 2011 (leicht rückläufig seit 2020)

Gründau ist über Jahrzehnte gewachsen (1972: 9.349 → 2011: 14.335 → 2020: 14.801), seit 2020 stagniert die Einwohnerzahl bzw. ist leicht rückläufig (2025: 14.535). Die Alters- und Erwerbsstruktur ist solide, die lokale Arbeitslosigkeit mit rund 5 % moderat.

Was bedeutet das für den Immobilienmarkt?
Kein Wachstumsdruck wie in Erlensee, aber auch kein Schrumpfen: Die Nachfrage in Gründau speist sich aus dem Preisgefälle zur Kreisstadt – wer in Gelnhausen sucht und nicht fündig wird, landet in Lieblos oder Rothenbergen. Die Tallagen bleiben dadurch stabil nachgefragt; in den kleineren Ortsteilen entscheidet der Preis.

6. Infrastruktur – Tallagen top, Höhenlagen ländlich

AnbindungDetails
Autobahn A66eigene Anschlussstellen Gründau-Lieblos und Rothenbergen (ca. 1 km)
BahnBahnhof Gründau-Rothenbergen (Kinzigtalbahn, RB51 Richtung Frankfurt)
Frankfurtca. 40 km (über A66 rund 30 Autominuten)
Hanauca. 20 km; ICE-Bahnhof Hanau als nächster Fernbahnhof
BusLinien MKK-66/67/68 verbinden die Ortsteile

Mit dem Kinzigtal-Zentrum in Lieblos hat Gründau eine Einkaufsinfrastruktur, um die es viele größere Städte beneiden: Bauhaus, Media Markt, Möbel Höffner, Sconto, REWE, Aldi und mehr – ein handfester Standortvorteil für die umliegenden Wohnlagen.

Viergleisiger Ausbau Hanau–Gelnhausen: Gründau liegt direkt daneben
Das 1,6-Milliarden-Projekt der Bahn (Fertigstellung ca. 2036) endet in Gelnhausen – die Kinzigtalbahn durch Rothenbergen profitiert von der Entzerrung des Verkehrs. Während der Bauphase kommt es allerdings immer wieder zu Sperrungen mit Ersatzverkehr.

7. Bauaktivität und Neubau

BaugebietStatus
„Unter dem Kirchberg“ (Rothenbergen), ~20 BauplätzeVergeben, erste Häuser gebaut
„Lange Rainshohle“ (Lieblos)Weitgehend vergeben
„Ober den Krautgärten“ (Hain-Gründau)Weitgehend vergeben
Aktuell ausgeschriebene BauplätzeKeine (Stand August 2026)

Die kommunalen Bauplätze in Rothenbergen waren schnell vergeben – aktuell schreibt die Gemeinde keine neuen Plätze aus. Das Gewerbegebiet Lieblos wächst dagegen weiter (u. a. Höffner, asecos). Für den Wohnungsmarkt gilt: Das Angebot bleibt knapp, neue Konkurrenz für Bestandsobjekte entsteht kaum.

8. Vergleich mit der Region

Haus-Angebotspreise in unserem Marktgebiet (€/m²)

Hanau
4.030 €
Langenselbold
3.820 €
Rodenbach
3.650 €
Linsengericht
3.310 €
Gelnhausen
3.300 €
Gründau
3.280 €
Bad Orb
3.080 €
Wächtersbach
2.650 €

Alle Werte stammen aus derselben Erhebung und sind deshalb unmittelbar vergleichbar. Quelle: Angebotspreise auf ImmoScout24, ausgewertet über den Marktmonitor · Auswertungszeitraum Q4/2025–Q3/2026 (Q3/2026 anteilig) · Datenstand 01.08.2026

Einordnung:
Gründau, Gelnhausen und Linsengericht liegen bei den Haus-Angebotspreisen nahezu gleichauf (3.280 / 3.300 / 3.310 €/m²) – die Unterschiede betragen weniger als ein Prozent. Ein Preisvorteil eines einzelnen Ortes lässt sich daraus nicht ableiten; entscheidend bleiben Lage, Zustand und Ausstattung des konkreten Objekts. Wo Gründau dagegen deutlich günstiger ist, ist der Baugrund: Der Bodenrichtwert liegt rund 40 % unter dem Gelnhäuser Niveau – bei fast gleicher A66- und Bahnanbindung der Tallagen.

9. Angebot und Nachfrage

Wer kauft in Gründau?

KäufergruppeBeschreibung
Pendler mit PreisbewusstseinWer über die A66 oder ab Rothenbergen mit der Bahn pendelt, bekommt in Gründau mehr Haus fürs Geld als in Gelnhausen oder weiter westlich.
Familien aus der RegionEinheimische, die im Ortsteil bleiben oder sich vergrößern wollen – in den kleineren Ortsteilen die wichtigste Gruppe.
RuhesuchendeKäufer, die bewusst die Höhen-Ortsteile Richtung Vogelsberg wählen: große Grundstücke, Natur, moderate Preise.
Die Besonderheit des Gründauer Markts:
Sieben Ortsteile bedeuten faktisch mehrere Teilmärkte: In Lieblos und Rothenbergen ähnelt die Nachfrage der in Gelnhausen, in Breitenborn oder Gettenbach gelten ländliche Maßstäbe. Eine Bewertung, die nur den Gemeinde-Durchschnitt ansetzt, liegt fast zwangsläufig daneben – nach oben wie nach unten.

10. Prognosen und Trends

Preistreibende Faktoren:
• Preisgefälle zur Kreisstadt zieht laufend Nachfrage aus dem Gelnhäuser Raum an
• Keine ausgeschriebenen Bauplätze – knappes Angebot
• Günstigster Baugrund im direkten Umland (186 €/m²)
• Kinzigtal-Zentrum und A66-Doppelanschluss stärken die Tallagen
Preisdämpfende Faktoren:
• Stagnierende Einwohnerzahl seit 2020
• Höhen-Ortsteile mit strukturell dünnerer Nachfrage
• Energetische Anforderungen treffen den älteren Bestand der Dörfer besonders
• Kleiner Wohnungsmarkt mit stark schwankenden Statistikwerten

Einschätzung: Für die Tallagen erwarten wir stabile bis leicht steigende Preise im Sog der Kreisstadt; in den Höhen-Ortsteilen bleibt der Markt preissensibel. Die Schere zwischen den Ortsteilen dürfte sich weiter öffnen.

11. Fazit

Gründau ist der Preis-Leistungs-Standort im Gelnhäuser Umland: A66, Bahnhof und großes Einkaufszentrum in den Tallagen, dazu Baugrund und Häuser deutlich unter Kreisstadt-Niveau. Wer hier kauft oder verkauft, muss allerdings die großen Unterschiede zwischen den sieben Ortsteilen kennen – genau dort entscheidet sich der richtige Preis.

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Zusammenfassung für Käufer:
Die Tallagen bieten Gelnhäuser Anbindung bei praktisch gleichem Quadratmeterpreis – beim Baugrund dagegen rund 40 % günstiger. In den Höhen-Ortsteilen gibt es große Grundstücke zu Preisen, die es sonst kaum noch im westlichen Kreis gibt.
Zusammenfassung für Verkäufer:
Das Angebot ist knapp, neue Bauplätze gibt es derzeit nicht. In Lieblos und Rothenbergen verkauft es sich fast wie in der Kreisstadt; in den kleineren Ortsteilen entscheidet die realistische Preisfindung – der Gemeinde-Durchschnitt taugt dort nicht als Maßstab.
Zusammenfassung für Vermieter:
Mit rund 10 €/m² liegt die Miete unter Gelnhäuser Niveau – dafür ist der Mieterkreis in den Tallagen stabil und der Leerstand gering. Große Mietsprünge sind nicht zu erwarten, solide Erträge schon.
Hinweis: Dieser Marktbericht dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Immobilienbewertung. Die ausgewiesenen Kauf- und Mietwerte sind Angebotspreise und keine beurkundeten Kaufpreise; tatsächliche Abschlüsse können davon abweichen. Kauf- und Mietwerte: Quelle: Angebotspreise auf ImmoScout24, ausgewertet über den Marktmonitor · Auswertungszeitraum Q4/2025–Q3/2026 (Q3/2026 anteilig) · Datenstand 01.08.2026. Weitere Quellen: BORIS Hessen (Aufbereitungen), HVBG Hessen, Gemeinde Gründau, Hessisches Statistisches Landesamt, GNZ/kinzig.news u. a. Die früher hier ausgewiesenen Portal-Vergleichswerte (immowelt, Homeday, immoportal, wohnungsboerse.net) sind seit dem 09.09.2026 durch eine einheitliche Erhebung ersetzt. KI-Hinweis: Zur Erstellung wurden KI-gestützte Tools eingesetzt.

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